Welche Krankheiten kann man mit CBD behandeln?
November 21, 2023

CBD bei Epilepsie
Bisher gibt es in Europa nur ein Fertigarzneimittel, welches mit hoch konzentriertem CBD zugelassen ist. Das Medikament nennt sich Epidyolex und wird gegen seltene Formen der Kinderepilepsie eingesetzt. Tatsächlich hat der Hype rund um CBD erst so richtig angefangen, als ein kleines Mädchen CBD gegen ihre Epilepsie eingenommen hat. Zuvor hatten sich ihre epileptischen Anfälle immer weiter gehäuft und in der Intensität verschlimmert, durch CBD konnte sie jedoch dringende Linderung erfahren. Das hat natürlich Forschung angeregt, die zur Zulassung von Epidyolex geführt hat. CBD kann also in einigen Fällen von Epilepsie bzw. Kinderepilepsie helfen [1].
Abgesehen davon, wird CBD nicht allzu oft verschrieben. Ein Rezept von ärztlicher Seite ist dennoch möglich. Im Gegenteil zu medizinischem Cannabis mit THC erhältst du kein Betäubungsmittel-Rezept. Die Hürden zur Rezeptaustellung sind also bei CBD geringer. Dennoch werden vergleichsweise oft Gesuche auf Kostenübernahme vonseiten der Krankenkassen abgelehnt. Dennoch kannst du probieren, mit deinem Arzt zusammen eine Medikation mit CBD in den nachfolgenden Fällen zu erhalten.
Medizinisches Cannabis mit THC wird in den meisten Fällen gegen chronische Schmerzen verschrieben. CBD wird jedoch von einzelnen Ärzten auch bei chronischen Schmerzen empfohlen. Eine Untersuchung hierzu liegt bspw. aus dem Jahr 2020 von Gulbransen et al. vor [2]. Untersucht wurden hier 400 Patienten, welche CBD gegen zahlreiche Beschwerden bzw. Krankheiten einnahmen.
Hierbei haben die Studienleiter festgestellt, dass CBD potenzielle analgetische (schmerzstillende) und anxiolytische (angstlösende) Eigenschaften aufweisen könnte. Gleichzeitig wurden Verbesserungen bei Schlafstörungen beobachtet
Als besonders praktisch wurde erachtet, dass kaum Nebenwirkungen auftraten. Da Nebenwirkungen bei schmerzstillenden Mitteln sehr typisch sind, rückt CBD stärker in den Fokus der Forschung.
Ein Fachartikel aus dem Fachmagazin „frontiers in Pharmacology” fasst die Situation hervorragend zusammen [3]. Die Verfasser resümieren, dass CBD hilfreich in der Behandlung von chronischen Schmerzen sein könnte, wenn primäre Behandlungsformen nicht ausreichend helfen oder nicht möglich sind. Das gilt bspw. auch, wenn medizinisches Cannabis mit THC zu viele Nebenwirkungen hervorruft. Sie merken jedoch auch an, dass der potenzielle Nutzen Kontext-spezifisch ist und dass ein erfahrener Arzt korrekt differenzieren muss, bei welchen Arten von Schmerzen CBD helfen könnte. Zudem sollte mehr Forschung in die potenziellen Gefahren von CBD investiert werden, bspw. was die Einnahme bei schwangeren Frauen betrifft.
CBD bei Entzündungen
CBD wird besonders oft als Entzündungshemmer beworben. Mehrere Untersuchungen belegen entsprechende Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung [6]. Selbstverständlich muss jedoch noch mehr (klinische) Forschung erfolgen, bis man die genauen Einsatzgebiete und Wirkweisen von CBD erkannt hat. Bisher wird CBD (teilweise in Kombination mit THC) gelegentlich bei entzündlichen Krankheiten wie Rheuma verschrieben.
CBD bei mentalen Krankheiten und Symptomen
Neben chronischen Schmerzen und dem Einsatz gegen Kinderepilepsie, wird CBD bisher nicht allzu oft verschrieben. Es mangelt grundsätzlich an aussagekräftiger klinischer Forschung zu diesem Wirkstoff. Dennoch können Ärzte in Einzelfällen CBD gegen weitere Krankheiten verschreiben. Wir betrachten einige Fälle, in denen CBD auf Rezept denkbar wäre.
Hierzu gehören gewisse Formen der Angststörungen. CBD hat nicht nur in Tierversuchen die ängstlichen Marker und Verhaltensweisen reduziert [4], sondern auch in menschlichen Untersuchungen. Hier hat man Probanden in eine angsterregende Situation gebracht: Sie sollten spontan eine Rede halten [5]. An dieser Untersuchung nahmen zwei Gruppen teil: Eine mit Angststörungen und eine ohne. Hinzu kommt, dass beiden Gruppen zum Teil CBD verabreicht wurde, teilweise allerdings nur ein Placebo.
Die Einnahme von CBD konnte effektiv ängstliche Symptome in der gesunden und erkrankten Gruppe lindern, so waren bspw. kognitive Beeinträchtigungen reduziert ebenso wie das persönliche Unbehagen. Ähnliche Untersuchungen liegen bspw. für PTBS-induzierte Angststörungen vor.
Wie oben angedeutet, könnte CBD vermutlich im selben Zuge bei gewissen Fällen von Schlafstörungen helfen.
CBD und THC werden oft gleichzeitig eingesetzt
CBD und THC werden relativ oft gleichzeitig eingesetzt bzw. verschrieben. Das liegt daran, dass THC-haltiges medizinisches Cannabis häufig weniger Nebenwirkungen und eine verträglichere Wirkung auslöst, wenn im Präparat auch CBD enthalten ist. Wir haben hier isoliert den Einsatz von CBD betrachtet, ganz ohne THC.
CBD auf Rezept: Ist das möglich?
CBD (Cannabidiol) kann in Deutschland auf Rezept verschrieben werden. Für eine Behandlung mit diesem Wirkstoff ist ein Rezept notwendig, weil nur medizinische Präparate aus der Apotheke die hohe Qualität aufweisen, welche für eine Therapie nötig ist. Wichtig ist etwa, dass die Präparate genaue Angaben zur Wirkstoffdosierung aufweisen. Zudem muss die Qualität pharmazeutischer CBD-Präparate nicht nur hervorragend, sondern auch konstant sein. Benötigst du also eine Behandlung mit CBD, solltest du auf hochwertige medizinische CBD-Präparate setzen.
Verschrieben wird CBD auf Rezept anders als THC-haltige Cannabispräparate. Für CBD kann ein normales Rezept ausgestellt werden, die Besonderheiten eines Betäubungsmittelrezepts sind nicht nötig. Insbesondere wenn eine Kostenübernahme vonseiten der Krankenkassen stattfinden soll, hast du mit einem CBD-Präparat also viel weniger Hürden vor dir.
Medizinisches CBD ist besser als frei verkäufliches CBD
Willst du aus medizinischen Gründen CBD einnehmen, solltest du medizinische Präparate verwenden. Frei verkäufliches CBD kann starke Qualitätsschwankungen und eine minderwertige Qualität aufweisen. Wichtig ist daher, dass du hochwertige Mittel in pharmazeutischer Qualität erhältst. Mit diesen sind erst höchst genaue Wirkstoffdosierungen möglich, welche für eine erfolgreiche Therapie notwendig sind.
In der Regel werden frei verkäufliche CBD Präparate als Lebensmittel zugelassen. Also erfolgt keine Zulassung als Nahrungsergänzungsmittel oder Novel Food. Sie werden also explizit nicht auf eine medizinische oder therapeutische Wirksamkeit getestet und dieser Wirksamkeit entsprechend zugelassen. Dennoch vermitteln Hersteller oft den Eindruck, dass ihre Erzeugnisse therapeutische Vorteile erzielen könnten, womit sie die Verbraucher schlichtweg irreführen.
Bitte verlass dich also auf medizinische CBD-Produkte und nicht auf frei verkäufliche. Die Unterschiede sind mit jenen von medizinischem Cannabis zu normalem Cannabis vergleichbar.