Was ist der Unterschied zwischen Indica und Sativa?
October 16, 2023
Eine Geschichte über die Herkunft von den Cannabissorten Indica, Sativa und Ruderalis
Die Hanfpflanze trägt den lateinischen Namen Cannabis Sativa L. Das legt natürlich nahe, dass es Sativa Sorten vor Indicas gab, genau ist das jedoch nicht zu belegen. Dass der botanische Name der Hanfpflanze Cannabis Sativa L. ist, begründet sich darauf, dass der Vater der modernen botanischen Kategorisierung (Carl von Linné) höchstpersönlich diese Pflanze kategorisiert hat. Und in seiner Umgebung wuchsen nun mal eher Sativas als Indicas. Darum steht auch das angehängte „L.” in Cannabis Sativa L. für Linnaeus.
Cannabis sativa Pflanzen stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen wie dem Äquatorialgebiet, Südostasien oder Teilen Amerikas. Sativas weisen oft einen höheren Gehalt an THC im Vergleich zum CBD auf.
Cannabis indica stammt ursprünglich wohl aus kälteren Klimaregionen, wie dem Hindu-Kush-Gebirge in Afghanistan. Zu Deutsch bezeichnet man Indica auch als Indischen Hanf, weil es ursprünglich in Indien weitverbreitet war.
Aufgrund seiner Verteilung im Hindu-Kush-Gebirge, sagt man vielen Kush-Sorten nach, dass diese Indica-Genetik aufweisen. Die Begriffe Kush und Haze beziehen sich jedenfalls ursprünglich auf Genetiklinien. Kush-Sorten sollten demnach Hindu Kush Sorten entspringen, die aus dem entsprechenden afghanischen Gebirge stammen. Diese Abstammungen sind jedoch mittlerweile derart verwaschen, dass es wohl kaum mehr eindeutige Kush- oder Haze-Sorten gibt, womit diese Klassifizierung überflüssig wird.
Neben Sativa und Indica gibt es übrigens eine weitere Hanfsorte: Cannabis ruderalis. Diese Pflanzen wachsen ursprünglich in kalten Regionen wie Russland oder Sibirien. Sie sind dementsprechend klein und sehr widerstandsfähig. Ihre Genetik wird in Autoflowering-Sorten eingebaut, damit diese unabhängig vom Lichtzyklus blühen können und widerstandsfähig im Outdoor-Growing sind. Hierdurch wachsen die Pflanzen jedoch kleiner und enthalten vergleichsweise wenig Wirkstoffe.
In der Botanik ist man sich darüber unsicher, ob Cannabis indica und Cannabis ruderalis eigene Arten oder Unterarten der Cannabis sativa L. sind. Zurzeit geht der Konsens noch eher in die Richtung, dass Indicas und Ruderalis-Sorten Unterarten von Cannabis sativa L. sind.
Botanische Merkmale und Unterschiede zwischen Indica und Sativa
Erfahrene Cannabis-Grower können Sativas bzw. Sativa-dominante Strains oft von Indicas bzw. Indica-dominanten Strains anhand ihres Wuchsverhaltens unterscheiden. Im Nachfolgenden wird von Sativas und Indicas die Rede sein, wobei wir Sativa-dominante bzw. Indica-dominante Strains in diese Bezeichnungen mit einbeziehen. Es sind also nicht die reingenetischen Pflanzen gemeint, sondern auch Hybride.
Grundsätzlich wachsen Sativas eher in die Höhe und können mehrere Meter hoch werden. Ihre Blätter sind eher länglich und die Stängel dünn. Indicas wachsen dementgegen eher buschig, fächern in die Breite aus und haben dickere Stengel und Blätter. Insbesondere in der Stretch-Phase zwischen Blüte- und Wachstumsphase können Indicas ordentlich in die Breite ausschlagen.
Indica-Sorten blühen in der Regel kürzer als Sativa-Sorten. Während die Blütezeit bei Indicas zwischen 40 und 70 Tage betragen kann, sind es bei Sativas bis zu 90 Tage Blütezeit. Darum können auch größere Blüten bei Sativas entstehen. Die längere Blütezeit gleichen Sativas übrigens durch eine kürzere Wachstumsphase im Vergleich zu Indicas aus. Generell können Sativa-Pflanzen in der Blütephase noch ordentlich wachsen, womit oft eine genaue Unterscheidung der Blüte- und Wachstumsphasen schwerfällt. Sie blühen also, während sie wachsen, während Indicas erst ihr Wachstum vollständig abschließen und anschließend blühen.
Darüber hinaus neigen Indicas dazu, stärker zu duften. Sativas können also oftmals unauffälliger gegrowt werden und belasten bspw. die Aktivkohlefilter nicht derart stark.
Wir fassen nochmal zusammen:
Eigenschaft |
Indica |
Sativa |
Herkunft |
Kältere Regionen, wie Zentralasien, Indien und das Hindu-Kush-Gebirge Afghanistans |
Aus wärmeren Äquatorialregionen |
Wuchsform |
Kompakt, buschig und breit |
Hoch und schlank |
Blattstruktur |
Breite und dicke Blätter sowie Stängel |
Dünne und längliche Blätter |
Wirkung auf Körper |
Entspannend und beruhigend, eher körperlastiges High |
Aufregend und euphorisierend, eher zerebrales High |
Blütezei |
Kürzer, zwischen 6 und 8 Wochen |
Länger, bis zu 12 Wochen möglich |
Anbau in Innenräumen |
Beliebt, auch für Growmethoden wie SoG (Sea-of-Green) |
Eher unbeliebt, weil sie zu stark in die Höhe treiben |
Medizinische Anwendung |
Zur Beruhigung, bspw. bei Schmerzen oder Schlafstörungen |
Zur Stimmungsaufhellung oder Appetitstimmulierung |
Terpenprofil (Duft) |
Eher erdig, dieselig und süß |
Eher fruchtig und zitronig |
Wie wirken Indicas und Sativas?
Mittlerweile kann man in der Regel die Unterschiede in der Wirkung vernachlässigen, weil die meisten Sorten als Hybride vorliegen. Früher waren die Unterschiede noch markanter, auch was die chemische Zusammensetzung der Blüten betrifft. Heute sind die Unterschiede zwischen Sativas und Indicas eher für Grower wichtig, weil diese bspw. die Lichtzyklen, Raumnutzung und das Toppen der Pflanzen an ihr Wuchsverhalten anpassen müssen.
Grundsätzlich sagt man gemäß der anfangs genannten Eselsbrücke, dass Indicas „stoned” machen, während Sativas für ein euphorisches „High” sorgen. Demnach sollen sich Indica-Sorten besser zur Entspannung sowie Stresslinderung eignen und bspw. für einen gemütlichen Abend auf der Couch einladen. Sativas könnten dieser Auffassung nach euphorisierend und stimmungsaufhellend wirken und sich bspw. gut im Alltag oder für Aktivitäten eignen. Oft werden darum Indicas für den Abend oder die Nacht empfohlen und Sativas für den Tag. Es gibt jedoch keinerlei wissenschaftliche Nachweise, die eine entsprechende Korrelation belegen.
Die Unterscheidung zwischen Indica und Sativa ist also in erster Linie für Grower entscheidend. Die chemische Zusammensetzung von Cannabisblüten kann aufgrund der heute existenten Kreuzungen nichts mehr damit zu tun haben, ob eine Sativa oder Indica Genetik zugrunde liegt. Wichtiger ist hier das genaue Profil an Cannabinoiden sowie das Terpenprofil, welches über den Entourage-Effekt Einfluss auf die therapeutische Wirkung von Cannabis haben könnte. Im US-amerikanischen und kanadischen Raum fassen Berater in Cannabisläden das oft mit folgenden Worten zusammen: „In the end, weed is weed.”.
Was macht müde, Indica oder Sativa?
Ursprünglich haben wohl Indica-Blüten eher müde gemacht und eine kopflastige Wirkung ausgelöst. Dem entgegen haben wohl Cannabis sativa Blüten ein körperliches High mit euphorisierender Wirkung verursacht. Heute sind diese Unterschiede in der Wirkung zu vernachlässigen, wichtig ist die Unterscheidung beider Cannabissorten eher für Grower. Diese müssen das Wuchsverhalten der Pflanzen einschätzen können, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die Wirkungen der Pflanzen haben jedoch mittlerweile nichts mehr oder nur sehr wenig mit dem Aussehen der Pflanzen zu tun.
Was ist stärker, Indica oder Sativa?
Beide Sorten können sehr potent sein, weshalb die Aufteilung in Indicas oder Sativas keine Rückschlüsse auf die Intensität der Wirkung zulässt. Grower berichten jedoch davon, dass von Indicas oft ein aromatischer und intensiverer Geruch ausgeht.
Fazit: Was ist der Unterschied zwischen Indica und Sativa
Heutzutage gibt es in der Wirkung keine oder kaum mehr Unterschiede. Die Unterteilung in Indica und Sativa, ebenso wie in Kush oder Haze, ist somit überfällig geworden für die Patienten. Wichtig sind die Unterschiede nach wie vor für Grower, da diese auf die unterschiedlichen Wuchsverhalten eingehen müssen. Aufgrund der vielen Kreuzungen, die bisher geschehen sind, hat sich die chemische Zusammensetzung der heutigen Sorten derart verändert, dass in diesem Bezug keine oder kaum mehr Unterschiede bestehen. Wichtiger ist da bspw. der Gehalt an Cannabinoiden sowie das Profil an Terpenen.
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Was ist der Unterschied zwischen Indica und Sativa: Häufig gestellte Fragen
Was ist die Indica Wirkung?
Ursprünglich haben Indica Pflanzen wohl eher eine entspannende und beruhigende Wirkung hervorgerufen, während Sativas für Euphorie und eine bessere Stimmung gesorgt haben können. Heute sind diese Unterschiede in der Wirkung jedoch quasi nicht mehr vorhanden. Wichtig ist die Unterteilung der beiden Sorten nur noch für Grower.
Werden die Cannabissorten bei medizinischem Cannabis ausgewiesen?
Bei vielen Sorten geben die Hersteller noch an, ob Indica- oder Sativa-lastige Genetik vorliegt. Das hat jedoch nur selten Einfluss auf die Wirkung. Wichtiger ist, wie viel CBD und THC enthalten sind, ebenso wie das genaue Profil an Terpenen. So besteht der Verdacht, dass das genaue Terpenprofil entscheidend für die Nuancen in der Wirkung von Cannabis sind.
Macht Ruderalis in der Cannabis Genetik einen Unterschied?
Ja! Cannabis ruderalis wächst ursprünglich in nördlichen Regionen wie bspw. Russland. Cannabis ruderalis enthält darum nur sehr wenige Cannabinoide. Grower wissen, dass die Lichtzufuhr der Pflanzen in direkter Korrelation zum Gehalt an Cannabinoiden und Terpenen steht. Darum enthalten Sorten mit Anteilen Ruderalis-Genetik weniger Wirkstoffe. Sie wachsen jedoch widerstandsfähiger und gehen unabhängig von den Lichtzyklen in die Blütephase über. Darum sind Ruderalis-Sorten bestens für Grower geeignet, die erst mit dem Cannabisanbau beginnen. Zudem sind Strains mit Ruderalis-Anteil besser gegen äußere Einflüsse gewappnet und widerstandsfähiger, womit sie sich gut für den Outdoor-Anbau eignen.