Was muss ich als Cannabispatient mitführen?

Was muss ich als Cannabis Patient mitführen
Der medizinische Gebrauch von Cannabis gilt seit 2017 als legalisiert. Das heißt, dass man ein Cannabisrezept erhalten und anschließend legal in Apotheken Cannabis einkaufen kann. Es wurde also ein legaler Markt für Cannabispatienten geschaffen, die ihre Medikation legal einnehmen dürfen. Da Cannabis jedoch nach wie vor ein Betäubungsmittel ist, stellt man sich zurecht die Frage, was man als Cannabispatient mit sich führen muss, um keine Probleme zu bekommen. Das schauen wir uns im Detail an.

Welche Dokumente sollte ich im Alltag mit mir führen?

 Welche Dokumente  Wenn deine Medikation vorsieht, dass du über den Alltag hinweg Cannabis einnimmst, solltest du gewisse Dokumente mit dir führen. Wenn du lediglich Zuhause deine Medikation einnimmst, ist das Mitführen von Dokumenten prinzipiell nicht nötig, weil du auch kein Cannabis in der Öffentlichkeit bei dir trägst. Anders sieht das aus, wenn du Auto fährst, dazu kommen wir jedoch weiter unten.

Wenn du also mit deiner Cannabismedikation unterwegs bist, können Probleme mit Mitbürgern auftreten, die dich des illegalen Konsums und Besitzes von Drogen beschuldigen. Gleiches gilt für Ordnungshüter wie Polizisten. In beiden Fällen willst du vermutlich nachweisen, dass du auf legale Weise deine notwendigen Medikamente konsumierst, weil du schwer krank bist.

Prinzipiell gilt, dass du aufgrund des Datenschutzes keinen zivilen Personen dein Rezept oder Patientenausweis zeigen musst. Im Zweifelsfall kannst du dich, aus Gründen der Privatsphäre, auf eine Überprüfung durch die Polizei berufen.

Es empfiehlt sich grundsätzlich, mindestens eines der nachfolgenden Dokumente bei dir zu tragen, wenn du Auto fährst oder Cannabis dabeihast:

  • Cannabisrezept (im Original oder besser als Kopie)

  • Bescheinigung vom Arzt

  • Cannabis-Patientenausweis

  • Genehmigung der Krankenkasse für die Kostenübernahme

Es gibt keine festgelegte Bescheinigung, welche Ordnungshüter wie Polizisten akzeptieren müssen. Es kann also trotz des Vorlegens der genannten Dokumente zu Problemen kommen, die auch dazu führen können, dass bspw. die Medikation beschlagnahmt wird. Schlussendlich kommt es hier wohl auf den ausführenden Polizisten an.

Eine Kopie des Rezepts ist eine hervorragende Grundlage, idealerweise in Verbindung mit einer Genehmigung der Kostenübernahme vonseiten der Krankenkasse. Diese Bescheinigungen sollten prinzipiell ausreichen, um Ordnungshüter von der Cannabismedikation zu überzeugen.

Eine gesonderte Bescheinigung vom Arzt wird meistens nicht ausgestellt, oft beantragen Ärzte für ihre Patienten allerdings Cannabis-Patientenausweise. Es gibt mehrere Patientenausweise, die bspw. von Cannamedical oder der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e. v. stammen. Meistens unterschreiben Ärzte derartige Patientenausweise und setzen ihren Stempel darunter. Sie dienen lediglich als zusätzliches Beweismaterial, was du bei Bedarf der Polizei vorlegen kannst, um zu verdeutlichen, dass du ein legaler Cannabispatient bist.

Zudem solltest du deine Cannabispräparate natürlich immer in den Behältern der Apotheke bei dir führen. So können Polizeibeamte gleich sehen, dass du ein medizinisches Cannabispräparat hast, was nochmal die Chancen auf Komplikationen mindert.

Welche Rechte habe ich als Cannabispatient?

 Welche Rechte habe ich als Cannabispatient  Als Cannabispatient darfst du medizinisches Cannabis konsumieren und besitzen. Die Illegalität von Cannabis gilt nicht für deine medizinischen Cannabisblüten. Folglich hat die Polizei prinzipiell nicht das Recht, die Cannabisblüten zu beschlagnahmen und ein Strafverfahren einzuleiten. Leider machen derartige Vorgehen der Polizei bei Patienten jedoch immer noch Schlagzeilen. Wir empfehlen dir daher ein ähnliches Vorgehen, wie wir es Auto fahrenden Cannabispatienten empfehlen.

Kann man mit medizinischem Cannabis Auto fahren?

Für medizinische Cannabispatienten ergeben sich Privilegierungen im Straßenverkehr. Die Regeln sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. So gibt der Gesetzgeber an, dass man die Fahreignung mit dem eigenen Arzt klären sollte. Dieser wird in der Regel zu Anfang der Cannabismedikation eine Übergangszeit planen. In dieser Übergangszeit ist die Teilnahme am Straßenverkehr leider untersagt. Dafür lernst du deine Cannabismedikation kennen und lernst bspw. einzuschätzen, wann die Fahrtauglichkeit gegeben ist und wann nicht. Zudem baut dein Körper eine Toleranz auf, welche für den Gesetzgeber das entscheidende Kriterium dafür ist, dass Patienten nach wie vor am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Ausgiebige Infos hierzu findest du in unserem Beitrag, ob Cannabispatienten Auto fahren dürfen.

Auch im Straßenverkehr kann es jedoch leider zu Komplikationen mit der Polizei kommen. Diese scheinen öfter als im alltäglichen Fußgänger-Leben aufzutreten. Während Cannabispatienten grundsätzlich recht gute Karten haben, Strafen und MPU zu umgehen, ist das oft nicht der Fall, wenn man schon vor der Cannabismedikation mit illegalem Cannabis aufgefallen ist. Dann ist eine MPU recht wahrscheinlich.

Verhaltensregeln für den Umgang von Cannabispatienten mit der Polizei

 Verhaltensregeln für den Umgang von Cannabispatienten mit der Polizei  Wir stellen nachfolgend einfache Verhaltensregeln vor, die deine Chancen verbessern können, bei einer Polizeikontrolle das Vertrauen der Polizeibeamten zu wecken und ohne Probleme davonzukommen. Diese Verhaltensregeln gelten sowohl für Autofahrer, als auch für Fußgänger und Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln.

  • Freundlich und ruhig bleiben: Schlussendlich erledigen die Beamten auch nur ihren Job. Wenn du aneckst, ecken die Polizeibeamten gerne zurück.

  • Ausweis, Führerscheinkopie und Fahrzeugschein: Verpflichtende Aussagen sind nur jene zu Vorname, Nachname, Familienstand, Beruf, Wohnort und Staatsangehörigkeit. Es empfiehlt sich zudem, auf Nachfrage eine Führerscheinkopie vorzuzeigen sowie die Zulassungsbescheinigung Teil 1 bzw. den Fahrzeugschein. Die Führerscheinkopie ist empfehlenswert, weil Polizeibeamte den Führerschein vor Ort sofort einkassieren können, wenn du vermeintlich unter der Wirkung einer Droge stehst.

  • Nicht reden: Mit Worten belastest du dich meistens nur selbst. Jegliche Fragen der Beamten müssen nicht beantwortet werden, bis auf die oben genannten Personalien. Vermeintlicher Small-Talk dient Polizisten oftmals der Beschaffung belastender Informationen.

  • Keine Mitwirkungspflicht: Du musst an nichts teilnehmen, was die Polizeibeamten wollen. Drogentests oder Tests zur Fahreignung kannst und solltest du nicht wahrnehmen. 

  • Dokumente vorweisen: Besteht der Verdacht auf Drogenkonsum, kannst und solltest du deine Dokumente, die den medizinischen Cannabisgebrauch belegen, vorweisen. Hierzu gehören eine Rezeptkopie, eine Kopie der Erlaubnis auf Kostenübernahme und der Patientenausweis. Mache sonst keinerlei Angaben zu deinem Konsum. 

  • Blutentnahme (schriftlich) widersprechen: Ordnen die Polizeibeamten eine Blutentnahme an, solltest du deinen Widerspruch nachweisbar dokumentieren.

  • Durchsuchung ausdrücklich widersprechen: Auch eine Durchsuchung darf ohne Weiteres nicht durchgeführt werden, grundsätzlich muss ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss vorliegen. Deinen Widerspruch solltest du erneut festhalten.

  • Durchsuchungsprotokoll fordern: Werden Materialien sichergestellt, widerspreche dieser Maßnahme und bestehe auf ein Durchsuchungsprotokoll. 

  • Anwalt kontaktieren: Du kannst jederzeit während einer Kontrolle einen Anwalt kontaktieren.

Fazit: Was muss ich als Cannabispatient mitführen?

Cannabispatienten geraten leider immer wieder in den Fokus der Strafverfolgung. In regelmäßigen Abständen machen Schlagzeilen die Runde, bei welcher Cannabispatienten große Probleme mit der Polizei haben, die teilweise schon als Schikane oder Misshandlungen dargestellt werden. Das Mitführen von Dokumenten, welche die eigene Cannabismedikation belegen, reicht also oft leider nicht aus. Dennoch kannst du nicht viel mehr machen, als die vorhandenen Dokumente bei dir zu tragen. Habe also im Straßenverkehr oder dem alltäglichen Leben, wenn du medizinisches Cannabis mit dir führst, immer eine Rezeptkopie, eine Kopie der Genehmigung der Kostenübernahme sowie einen Patientenausweis bei dir.

Dieser Artikel dient nur allgemeinen Informationszwecken und beabsichtigt nicht, eine medizinische Behandlung in irgendeiner Form zu fördern und ist kein Ersatz für die Konsultation eines professionellen Arztes. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, um eine persönliche medizinische Beratung zu erhalten. Für einen medizinischen Rat sollten Sie immer den Rat eines Arztes oder eines anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleisters einholen.

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